Schönes Carl Jungheim (1830, Düsseldorf? 1886, Düsseldorf) Original-Gemälde, «Weite Landschaft mit Schafherde», mit faszinierender Wolken- & Lichtstimmung, Öl auf Leinwand, unten rechts signiert und datiert: Carl Jungheim 57 (1857), Bildmass: 63 x 49 cm, Rahmenmass: 94 x 80 cm, ordentlicher Zustand, restauriert, Maloberfläche gut erhalten, prächtiger Blattgoldrahmen aus der Zeit (mit Bestossungen, Abplatzer, Fehlstellen, Risschen, Restaurationsspuren), rückseitig mit einigen Informationen zum Künstler.
Provenienz:
Emballage Exportation C.P.E. Paris (verso Etikett)
Auktionshaus Dobiaschofsky in Bern, Auktion A-122 FRÜHJAHRSAUKTION 2016 (verso Etikett Dobiaschofsky 122), Los 350, Abbildung auf Seite 34 des Katalogs, Schätzpreis CHF 3?200
Schweizer Privatbesitz
Jungheim studierte von 1845/1846 bis 1852 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf unter Wilhelm von Schadow, bei Andreas Müller (Elementarklasse, 1846) und insbesondere bei Johann Wilhelm Schirmer in dessen Landschafterklasse (1847?1852). Zuvor hatte er in den Jahren 1843 bis 1845 den Sonntagsunterricht der Düsseldorfer Akademie besucht, auch die Bauklasse für Handwerker von Rudolf Wiegmann. Jungheim unternahm Studienreisen in die Schweiz, nach Tirol und Italien. Bei der ersten Italienreise, die 1856 stattfand, begleitete er August Leu und Albert Flamm.
Anfangs malte er vor allem Gebirgsszenen aus den Alpen und dem Harz sowie Wald-, See und Parklandschaften. Sein Spätwerk zeigt eine Vorliebe für italienische Landschaften, deren stimmungshafte Malerei die prosaische Auffassung des Frühwerks überwand und von der Malerei Oswald Achenbachs beeinflusst war. Im Kunstverein in Hamburg stellte er 1858 aus. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 war er mit drei Gemälden vertreten.
Jungheim gab auch Privatunterricht, etwa für die deutschen Malerinnen Olga Meissner und Luise Siebke, 1865 bis 1875 für den Schweizer Maler Friedrich Rudolf von Frisching, 1872 bis 1875 für die österreichische Malerin Marie Egner, 1872 für die Österreicherin Bertha von Grab und von 1873 bis 1877 für Minna von Budinszky, ebenfalls eine Österreicherin. Jungheim war Gründungsmitglied des Künstlervereins Malkasten, in den er 1865 einen weiteren Schüler, den Maler Wilhelm Degode, einführte.
Jungheims Schwester Sophie Antonia heiratete 1868 seinen Malerfreund Joseph Niklaus Bütler. 1878 wurde sein Sohn Julius Jungheim geboren, ebenfalls ein Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule. Jungheims Frau, eine geborene Gehlen, überlebte ihren Mann und wurde Eigentümerin des Hauses auf der Immermannstrasse 12, in welches alsbald der Maler Adam Siepen einzog. Jungheims Grabstätte liegt auf Feld 10 des Düsseldorfer Nordfriedhofs.
Ein Porträt Jungheims bei der Freilichtmalerei an seiner Staffelei zeichnete der Maler Wilhelm Amandus Beer.