Ein wunderschönes, magisches (leider in den Fotos viel zu schlecht sichtbar), expressionistisches Akt-Gemälde einer jungen, sehr hübschen Tänzerin in ihrer Garderobe, hinter der Bühne, in einem Berliner Cabaret, 1948.
Die kurios anmutenden zwei Persönlichkeiten im Hintergrund wirken fast karikiert oder selbst wie Theatermitglieder.
Die mittlere, sehr androgyn wirkende Person mit der typischen, modischen 20er-Jahre- (oder Berliner-) Frisur, erinnert etwas an Hannah Höch, die berühmte deutsche Dada- und Collagekünstlerin! Es existieren wenige schwarz/weiss-Fotos, wo die Ähnlichkeit frappant ist!?
Es würde auch das skurrile Figurensujet und die Theater-/Cabaretszene etwas erklären.
Das Gemälde ist sehr farbintensiv, pastos und expressionistisch auf Holzplatte gemalt. Keine Farbabblätterungen oder Farbverluste! Altersbedingte Craquelé, die jedoch eine wunderschöne Patina erzeugen!
Alles in allem in einem sehr guten, unbeschädigten, altersbedingten Zustand.
Edel, professionell und passend gerahmt.
Masse
66 x 86,5 (Lichtmass), Öl auf Holz
80 x 100 cm (Rahmen)
Oben rechts Monogrammiert und datiert 'HH 48'
Obwohl sowohl das karikaturhafte (Theater-/Cabaret) Sujet, sowie die Farben (es existiert ein erst vor ganz wenigen Jahren zum ersten Mal aufgetauchtes und entdecktes, bis dahin völlig unbekanntes, späteres Landschaftsbild von ihr, das exakt genau dieselben ungewöhnlichen Farbmischungen und -töne (u.a. dieses kräftige Violett, Grün, Blau und Braun) aufweist und im renommierten, deutschen ART-Magazin vorgestellt wurde!), wie auch die Signatur 'HH' auf Hannah Höch als Urheberin und Künstlerin dieses fantastisch schönen Kunstwerks hoffen liesse, wird es wohl leider trotzdem nicht von ihr sein!? Hmmm...
Denn anhand meiner Recherchen fand ich (bisher!) kein Gemälde, dass sie mit drei senkrechten, plus einem waagrechten Strich (HH) monogramierte, sondern stets mit H.H. Also die 'H's getrennt und mit Punkt dazwischen.
Aber genauso gut könnte ich mich total täuschen und ein kleines, verschollenes, unbekanntes Werk dieser angesehenen Ausnahmekünstlerin geht zu einem Schnäppchenpreis an neue, glückliche Besitzer!? Denn: Original Gemälde von Hannah Höch bewegen sich mind. im 5-, bis sogar im 6-stelligen Bereich!
So oder so kann ich nur die Herkunft (Berlin, Deutschland) und das Jahrzehnt (40er Jahre) mit 99%iger Sicherheit bestätigen, die abschliessende Recherche zur Künstlerin, zum Künstler dieses Werks bleibt im Moment für mich leider noch im Verborgenen.
Das Gemälde darf selbstverständlich jederzeit nach vorheriger Absprache besichtigt und geprüft werden!
Informatives:
HANNAH HÖCH, eigentlich Anna Therese Johanne Höch
(* 1. November 1889 in Gotha;
+ 31. Mai 1978 in West-Berlin), war eine deutsche Malerin, Grafikerin und
Collagekünstlerin des Dadaismus.
DADAISMUS oder auch DADA war eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp in Zürich begründet wurde und sich durch Ablehnung 'konventioneller' Kunst und Kunstformen -die oft parodiert wurden- und bürgerlicher Ideale auszeichnet. Vom Dada gingen erhebliche Impulse auf die Kunst der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst aus.
Im Wesentlichen war es eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und übertrieben verwendet.
Dada wollte die Provokation. Zwischen Kunst und Leben stehend, suchte man natürlich die Aufmerksamkeit des Publikums und schätzte sie umso höher, je negativer oder polemischer sie war. Es wurde mit der Ökonomie der Aufmerksamkeit, des 'success d' scandale' gearbeitet.
Der Dadaismus war keine organisierte Gruppe, sondern eine internationale Bewegung. Sie trat nahezu gleichzeitig an verschiedenen Orten auf: Zürich, New York, Köln, Hannover, Berlin und Paris.