Ich präsentiere euch nicht einfach ein Auto. Ich präsentiere euch ein rollendes Museumsstück, ein Zeitzeuge einer Ära, in der Volvo noch dachte, ein Familien-Limousine bräuchte unbedingt einen V8-Motor von Yamaha. Ja, richtig gelesen Yamaha. Der gleiche Hersteller, der euch sonst Motorräder und Klaviere baut, hat sich hier gedacht: Warum nicht auch ein Aggregat für eine schwedische Reiselimousine? Das Ergebnis: einer der letzten V8-Volvos überhaupt, gebaut in einer Stückzahl, die kleiner ist als die Warteschlange vor einem Apple Store am Launch-Tag.
Warum dieses Auto?
Weil es das Auto ist, das dir bei jeder Ampel jemand hinterherschaut nicht wegen der Optik (dazu gleich mehr), sondern weil er das V8-Emblem entdeckt hat und sich fragt: Moment, gabs das wirklich? Ja. Es gab das wirklich. Und du kannst es besitzen.
Ausstattung
Summum-Ausstattung für alle, die nicht wissen, was das heisst: Es ist die Stufe, in der Volvo damals sagte gebt ihnen einfach alles rein. Cremefarbenes Vollleder, das aussieht, als hätte es sich noch nie so richtig entschieden, ob es lieber ein Sofa oder ein Autositz wäre. Dazu Heico-Federn und Distanzscheiben, offiziell eingetragen für den Look, der sagt: Ich bin zwar 20 Jahre alt, aber ich stehe trotzdem noch tiefer und breiter als dein Kombi von heute.
Reifen-Situation: praktisch ein kleines Reifenlager
Achtfach bereift. Acht. Nicht vier. Acht. Du bekommst quasi ein Auto und ein halbes Gummiwerk gratis dazu. Die Sommerreifen sind diese Saison neu montiert und haben gerade mal ein paar hundert Kilometer gesehen frischer als so manches Gemüse im Kühlschrank.
MFK
November 2024, ohne Beanstandungen. Für ein Auto mit 301000 km auf dem Buckel ist das ungefähr so, als würde ein 80-Jähriger den Marathon ohne Krämpfe durchlaufen. Respekt.
Die ehrliche Seite (weil Vertrauen wichtiger ist als ein cleanes Inserat)
Ich verkaufe dir kein Märchen, ich verkaufe dir ein Auto mit Charakter und Charakter bedeutet manchmal auch ein paar Altersflecken:
Ventildeckeldichtung undicht der Motor markiert gerne sein Revier auf dem Boden der Garage.
Servoöl verliert im Winter etwas seine Lebensfreude und tropft leicht.
Aktuell etwas Kühlwasserverlust (kein Kühlwasser im Öl, keine Sorge vermutlich nur ein Schlauch oder eine Dichtung am Kühler). Für jemanden mit Schraubertalent oder einer guten Werkstattbeziehung ein überschaubares Wochenendprojekt.
Nicht alle Lautsprecher spielen noch mit manche haben sich offenbar frühpensionieren lassen.
Ein Lackschaden an der hinteren Stossstange und eine Delle im Kofferraumdeckel erinnern daran, dass auch Legenden nicht ganz unversehrt durchs Leben kommen.
Optisch ist er nicht mehr der Jüngste aber ehrlich, wer von uns ist das nach fast 20 Jahren und 301000 km noch?
Der Preis
Für ein Alltagsauto wäre das jetzt der Moment, wo ich über Marktwert, Vergleichsangebote und Abschreibung reden würde. Aber das hier ist kein Alltagsauto das ist einer der letzten V8-Volvos, die je gebaut wurden. Das ist keine Occasion, das ist ein Stück Firmengeschichte mit Fahrgestellnummer.
(Verhandlungsbasis, nicht verhandelbar bis er kostenlos wird ein bisschen Respekt vor der Seltenheit darf schon sein.)
Zusammenfassung
Er braucht ein bisschen Liebe. Ein bisschen Zuneigung. Vielleicht eine neue Kühlerdichtung und einen freundlichen Blick auf die Ventildeckeldichtung. Aber im Kern ist das hier ein letzter seiner Art, mit einem Motor, den es so nie wieder geben wird, in einer Ausstattung, die zeigt, dass Volvo auch mal Lust auf Understatement-Protzerei hatte.
Wer eine perfekte, makellose Occasion ohne jede Macke sucht bitte weiterscrollen. Wer ein Stück automobile Exzentrik mit V8-Sound sucht, das noch ein paar gute Jahre vor sich hat, wenn man sich liebevoll darum kümmert: melden.