Irene Graf - säg o nüüt
Irene Graf (*1968) ist in Steffisburg geboren und aufgewachsen. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Söhnen und mit ihrer Familie im Berner Oberland. Sie führt den mundARTverlag und arbeitet Teilzeit im Kindergarten. Seit 2008 publiziert sie Geschichten für Kinder und Erwachsene. Sie schreibt Kolumnen für Thuner Tagblatt/Berner Oberländer und für den Legendenblog der internationalen Lauberhornrennen. Die Autorin wird gern zu Lesungen eingeladen (u.a. Mundartfestival Arosa). Ihre bärndütsche Gschichte haben Klang und finden Anklang.
Isch für geng vergange, was verblüehjt? Hei eigentlech alli Schwiegermüetere e grüene Duume? Wi fingt ds Glück eim? Muess e Helm räntiere? Wi gfriert me ne Morgen ii? Ghörsch du öpperem u wenn ja, wäm? Gits Wahrheite, wo nid meh sy als e Furz? Wär steit hinger dir, we de nümm wyter weisch? Nein. Antworten auf Fragen wie diese, sind im neuen Kurzgeschichtenbuch von Irene Graf nicht zu finden. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Aber Geschichten dazu. Kurze Geschichten und Texte, wie über Leni, das sich auf eine Verfolgungsjagd mit dem Dorfpolizisten einlässt, oder über Susanne, die ihr Glück im Internet sucht und an einer Bushaltestelle findet. Man fühlt mit, wenn Res unverhofft den Wert einer stillen Umarmung erfährt. Erkennt sich in Rüedu, der sich zwar Zahlen, aber keine Namen merken kann oder in Madlen, die so ihre liebe Mühe mit der übermotivierten Schwiegermutter hat. Es sind einmal mehr die kleinen Dinge, die Irene Graf ins Licht rückt. Mit dem ihr ganz eigenen Sound und Witz, einer reichen, authentischen Sprache, verschafft sie dem Unscheinbaren eine Bühne. In Geschichten und Anekdoten, die so leicht daherkommen, als erzähle einem ein vertrauter Mensch am Gartentor von seinen Erlebnissen. Aber Leichtigkeit, das weiss man, ist beim Schreiben die Kunst. In Mundart falle es ihr leichter, die Dinge beim Namen zu nennen und auch mal den Finger auf die wunden Punkte zu legen. Aber sie tut es wie stets mit so viel Herz und Humor, dass man sich zuweilen ertappt fühlt und sich dabei mit einem Lächeln denkt: «Ja, säg o nüüt!»
2020, mundART, gebunden, ca. 140 Seiten, BxHxT ca. 15x20x2 cm, Gewicht ca. 330 g
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