Faksimile (Granolithographie) von Gottfried Kellers ?Mittelalterliche Stadt? (1843)
Es handelt sich um eine rasterlose Granolitho® Reproduktion vom Verlag Ars Collect AG, Luzern aus dem Jahr 1990.
Diese Zeichnung ist in einer einmaligen Auflage erschienen, die weltweit auf 980 arabisch numerierte Exemplare limitiert ist.
80 Exemplare sind nicht für den Handel,
sondern als Beleg- und Archivexemplare bestimmt und wurden römisch numeriert.
Dieses Exemplar trägt die Editions-Nummer 131/980 (siehe Foto von der Rückseite des Bildes).
Grösse Bild ca. 61x99 cm; mit Holzrahmen ca. 76x106 cm
Das Original ist eine unvollendete Zeichnung mit Bleistift und Federn in Grautönen (90 x 157 cm) und wird in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt.
Kein Versand möglich, nur Abholung oder Lieferung gemäss Absprache. Bei Interesse kann das Bild gerne besichtigt werden.
Gottfried Keller (1819-1890), der uns v.a. als wichtiger Schweizer Dichter des 19. Jahrhunderts bekannt ist, begann seine Kariere nicht als Dichter, sondern vielmehr als Maler. In den Jahren 1834-1843 liess er sich in Zürich und München zum Landschaftsmaler ausbilden. Nach 1843 gab er diesen Beruf jedoch nach jahrelangem Ringen auf. Aus eigenem Bekunden, da sein Talent nicht seinen Ansprüchen genügte.
Das vorliegende Werk, die ?Mittelalterliche Stadt? gilt neben der ?Heroischen Landschaft? als eines
seiner Hauptwerke. Dargestellt ist eine imaginäre mittelalterliche Stadt, die in einer hügeligen Landschaft situiert ist. Im Stadtkern hat Keller Eindrücke seiner Heimatstadt Zürich verarbeitet, inspiriert haben ihn u.a. der Predigerchor, die Stüssihofstatt und die Schipfe. Der hohe Eckturm links entspricht dem 1878 abgebrochenen Ketzerturm. Der bildbeherrschende Torturm weist das Stadtwappen von Nürnberg auf.
Die Zeichnung zeigt in ihrem Erfindungsreichtum und ihrer Detailliertheit sehr schön die poetisch-romantische Kunstauffassung Kellers, die er während seines Aufenthalts in München ausgebildet hatte. Der im Bild gezeigte kleinstädtische Mikrokosmos entfaltet einen starken Zauber, der durch die märchenhafte Landschaft noch unterstrichen wird.
Gottfried Keller hat im Roman ?Der grüne Heinrich? seinen eigenen Lebensweg als Künstler nachgezeichnet. Er erzählt in diesem Werk die Lebensgeschichte eines Künstlers, der beim Versuch, seiner Bestimmung, oder dem, was er dafür hält, gegen alle Widerstände zu folgen, an der Realität scheitert. Die ?Mittelalterliche Stadt? findet Eingang in den Roman, indem Keller die Geburtsstadt des grünen Heinrich der eigenen Zeichnung nachempfindet.
In diesem letzten Landschaftsbild imaginiert Gottfried Keller, gerade eben vom Maler zum Dichter geworden, also eine altertümliche Kleinstadt als Inbild seiner romantischen Sehnsucht - eine Präfiguration der Heimatstadt seines «Alter Ego», des grünen Heinrichs.