Jahrgang: 1972
Format: 670 x 510 mm.
Technik: Monotypie auf Papier
Auflagehöhe: Original
Bezeichnet: Signiert und datiert
Literatur: ---
Anmerkung: ---
Zustand: Leicht wellig, zwei hinterlegte Einrisse von je 10 mm.
Provenienz: Galerie Schindler, Bern / Privatsammlung, Schweiz.
Zu Künstler und Werk: Der in Luzern aufgewachsene Alfred Sidler absolviert ab 1921 eine Lehre als Maschinenzeichner und besucht daneben die Abendkurse an der Kunstgewerbeschule. 19281930 Arbeit in der Maschinenindustrie in Winterthur, 19311932 in Genf berufstätig. Dort nimmt er an den Abendkursen der Ecole des Beaux-Arts teil und fasst den Entschluss zu einer freien Künstlerlaufbahn. Bis 1935 in Lugano, anschliessend achtmonatiger Aufenthalt in Griechenland mit erster Einzelausstellung in der Athener Galerie Geo. 19371939 Besuch der Académie de la Grande Chaumière in Paris. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kehrt er in die Schweiz zurück und lässt sich vorerst in Oberägeri nieder. 1937, 1938 und 1941 Eidgenössische Kunststipendien. 1939 erster öffentlicher Auftrag für ein Wandgemälde in der Bus-Wartehalle Eichhof in Luzern. 1941 Wechsel des Wohnortes nach Hohfluh auf dem Hasliberg, ehe er 1946 endgültig nach Luzern zurückkehrt. Dort 19501970 Lehrer für Farbe und Form an der Kunstgewerbeschule. Studienreisen nach Südfrankreich, Spanien und Italien. Weitere öffentliche Aufträge für Wanddekorationen im neuen Postgebäude in Luzern 1952 sowie 1953 im Gersagschulhaus in Emmenbrücke. 1963 Kunstpreis der Stadt Luzern. Erste Gesamtausstellung im Kunstmuseum Luzern 1965. Gleichenorts im Rahmen der traditionellen Weihnachtsausstellung der Innerschweizer Künstler 1975 vielbeachtete, mit dem Preis der Presse ausgezeichnete Sonderausstellung unter dem Titel Eine Reise nach Afrika, die nicht stattfand . Das Kunstmuseum Luzern veranstaltet 1980, 1983, 1986 und 2016 weitere Einzelausstellungen. Sidlers Auseinandersetzung mit der Ecole de Paris während seiner Ausbildungsjahre in Paris prägt das figurative Schaffen; seine Motivwelt Landschaften, Stillleben, Porträts und bäuerliche Figurenszenen wird bis in die 1960er-Jahre von seiner starken Bindung an die heimatliche Umgebung bestimmt. Durch eine klare horizontale und vertikale Gliederung, einen konzentrierten Wechsel zwischen hellen und dunklen Flächen sowie die Isolierung der einzelnen Bildelemente mittels kräftiger Umrisslinien entfernt er sich zunehmend vom realistischen Abbild der Natur zugunsten einer autonomen Bildstruktur.