Jahrgang: Um 1960
Bezeichnet: Signiert & nummeriert
Format: 385 x 495 mm.
Technik: Lithographie auf Papier
Auflagehöhe: 200 Exemplare
Zustand: Leicht wellig, leicht fleckig o.l.
Literatur: ---
Anmerkung: Ein Blatt der ARTA - Kunstvereinigung
Provenienz: Privatsammlung, Schweiz
Zu Künstler und Werk: Marco Richterich (bürgerlich Marc-André Richterich, 19291997) war ein bedeutender Schweizer Maler, Lithograf und Zeichner, der für seine ausdrucksstarken Werke und seine tiefe Verbindung zu Basel grosse Bekanntheit erlangte. Geprägt von seiner Wahlheimat Basel und seinen regelmässigen Aufenthalten im französischen Saint-Rémy-de-Provence, gilt er mit seiner unverkennbaren Bildsprache als wichtiger Exponent der Schweizer Nachkriegskunst. Seine Generation fungierte als wegbereitende Kraft, indem sie die Errungenschaften der klassischen Moderne weiterentwickelte und mit einer sinnlichen, farbintensiven Leichtigkeit verschmolz. Marco Richterich wurde am 19. April 1929 in Saint-Imier geboren und verbrachte seine Jugend in Biel. Seine künstlerische Laufbahn begann mit einer Ausbildung an der Abteilung für angewandte Kunst am Kantonalen Technikum in Biel sowie einer Lehre als Zeichner-Lithograf. Bereits in den 1950er-Jahren wurde sein Talent durch die Verleihung des renommierten Eidgenössischen Kunststipendiums offiziell gewürdigt. Im Jahr 1952 liess er sich in der Provence nieder, einer Landschaft, deren Licht und Farben sein gesamtes späteres Schaffen entscheidend prägten. Ab 1958 lebte und wirkte er zudem in Basel, wo er bis zu seinem Tod am 11. Mai 1997 seinen Lebensmittelpunkt hatte. In Basel reihte sich Richterich in die dortige Kunstszene ein, die stark von den älteren Wegbereitern der klassischen Moderne geprägt war. Als ausgesprochener Augenmensch grenzte er sich jedoch von rein intellektuellen Traditionen ab und setzte stattdessen auf eine unmittelbare visuelle Verführungskraft in seinen Werken. Er verstand es, als Vermittler und Wegbereiter für eine freiere, poetischere Malerei zu wirken. Sein Schaffen umfasst ein breites Spektrum, das von stimmungsvollen Landschaften der Provence über markante Städtebilder bis hin zu sensiblen Aktporträts reicht. Besonders charakteristisch für seine Kompositionen sind prägnant gezeichnete Sonnen- und Mondmotive sowie eine lebendige Farbdynamik. Neben der Malerei trat er durch öffentliche Aufträge hervor und gestaltete unter anderem Mosaike und Kirchenfenster, wie etwa die sechs Glasfenster der christkatholischen Kirche in Biel. Seine grosse Bekanntheit führte zu zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Heute sind seine Werke in den öffentlichen Sammlungen von Basel, Biel und Lausanne vertreten.