Dieses Gerät ist ein James-Dobbie-Dampfmaschinen-Indikator.
Wozu diente er?
Solche Geräte wurden Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts an Dampfmaschinen eingesetzt, um den Druckverlauf im Zylinder während eines Arbeitstakts zu messen. Damit konnte man Wirkungsgrad, Leistung und Ventilsteuerung der Maschine beurteilen.
Wie funktioniert das?
Der Zylinder links enthält eine sehr feine Feder und einen Kolben, der den Zylinderdruck aufnimmt.
Die Hebelmechanik überträgt diese Bewegung auf einen Stift.
Gleichzeitig wurde eine Papiertrommel (schwer zu erkennen) synchron mit der Maschine bewegt.
Der Stift zeichnete darauf ein sogenanntes Indikatordiagramm (Druck über Kolbenweg).
Warum ist das interessant?
Indikatoren wie dieser waren essenzielle Messinstrumente der frühen Ingenieurtechnik eine Art Oszilloskop für Dampfmaschinen. Heute sind sie begehrte Sammler- und Museumsstücke.
ca. 1880-1910
Hinweise darauf:
Gravur THE JAMES DOBBIE INDICATOR
Präzise Hebelmechanik ohne elektrische Komponenten
Bauform mit separatem Federzylinder und mechanischer Papier¬trommel
Typische Industriestandards der Hochphase der Dampfmaschinen (Bergbau, Fabriken, Schiffe)
James Dobbie war ein britischer Hersteller; diese Indikatoren wurden weltweit exportiert.
2. Erklärung der einzelnen Teile (von links nach rechts)
1. Der große Zylinder links
Das ist der Messzylinder:
Innen sitzt ein kleiner Kolben mit Feder
Über einen Anschluss (unten) wurde er direkt mit dem Dampfzylinder verbunden
Der Dampfdruck drückte gegen die Feder Bewegung nach oben/unten
Unterschiedliche Federn erlaubten Messungen für verschiedene Druckbereiche.
2. Hebelmechanik & Schreibarm
Diese feine Hebelübersetzung verstärkt die winzige Kolbenbewegung
Am oberen Ende saß ursprünglich ein Schreibstift (meist Stahl oder Graphit)
Extrem empfindlich schon kleinste Druckänderungen wurden sichtbar
Das war echte Präzisionsmechanik, vergleichbar mit Uhrmacherei.
3. Trommelantrieb (mittig)
Die runde Trommel unten:
Trug ein Papierband
Wurde über eine Schnur mit der Dampfmaschine synchron bewegt
Drehte sich hin und her, während der Stift schrieb
So entstand das berühmte Indikatordiagramm:
Druck (Y-Achse) vs. Kolbenweg (X-Achse)
4. Federgehäuse & Einstellschrauben
Schrauben dienten zum Kalibrieren
Anpassung an verschiedene Maschinen
Zeigt: Das Gerät war kein Spielzeug, sondern ein professionelles Messinstrument
5. Holzsockel
Original oder sehr frühe Montage
Diente dem sicheren Transport
Viele Indikatoren wurden in Holzkisten aufbewahrt dieser Sockel passt perfekt dazu
3. Ist dein Exemplar vollständig?
Sehr guter Zustand.
4. Sammlerwert (realistisch)
Je nach Zustand & Markt:
8001.200 CHF vollständig, mit Zubehör
Museum / Technik-Sammler zahlen teils mehr
Besonders wertsteigernd: klare Gravur
originaler Sockel
funktionierende Mechanik
5. Sollte man ihn reinigen oder restaurieren?
Wichtig:
Nicht polieren!
Keine aggressive Reinigung!
Empfehlung:
Nur trocken abstauben
Maximal ein Hauch säurefreies Öl auf bewegliche Teile