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Der Blick über die gepflegten Ufer des Zürichsees wirkte an diesem Abend trügerisch ruhig als hätte jemand die Schattenseiten der Welt sorgfältig unter die Oberfläche gedrückt. Vielleicht hätte Martin Suter selbst genau so begonnen: mit einer Idylle, die langsam Risse bekommt, bis sich die Die dunkle Seite des Mondes offenbart.
Adrian Weynfeldt, jener kultivierte Sammler aus Der letzte Weynfeldt, hätte den feinen Unterschied zwischen echter Eleganz und perfekter Täuschung sofort erkannt. Doch selbst er wäre ratlos gewesen angesichts der seltsamen Verwicklungen rund um Johann Friedrich von Allmen, der wieder einmal in eine seiner ebenso charmanten wie riskanten Episoden geraten war, irgendwo zwischen dem verschwundenen Glanz von Allmen und der rosa Diamant und den flüchtigen, beinahe zerbrechlichen Spuren aus Allmen und die Libellen.
Währenddessen zog es Maravan aus Der Koch vor, seine Antworten in Aromen und Gewürzen zu suchen, als könnten Geschmack und Erinnerung das entwirren, was Worte nicht greifen konnten. Doch nicht jede Geschichte lässt sich verfeinern. Manche tragen den bitteren Nachhall des Unheimlichen in sich, wie die düsteren Geschehnisse aus Der Teufel von Mailand, die sich wie ein kalter Luftzug durch alle Leben ziehen.
Und irgendwo dazwischen stand ein Schriftsteller, gefangen in seiner eigenen Inszenierung, wie in Lila, Lila, ein Spiel aus Wahrheit und Erfindung, das sich verselbstständigt hatte. Vielleicht war es genau das, was all diese Figuren verband: der schmale Grat zwischen dem, was sie waren, und dem, was sie vorgaben zu sein.
Selbst in Momenten der Flucht, blieb die Vergangenheit ein leiser Begleiter. Und während die Erinnerungen manchmal verschwammen wie in Small World, blieben doch Fragmente zurück - Kleine, leuchtende Splitter von Glück, Schmerz und Liebe.
Am Ende waren es vielleicht genau diese Fragmente, die den Geschichten ihre Kraft verliehen: unvollkommene, ehrliche Momente, wie sie in Happy Ends eingefangen sind. Keine perfekten Abschlüsse, sondern stille Andeutungen, dass selbst im Chaos ein Hauch von Sinn liegt.