CUNO AMIET
(Solothurn 18681961 Oschwand)
Selbstbildnis im Atelier 1931
Öl auf Leinwand
Unten links monogrammiert und datiert: CA 31
46 × 38cm
Werkverzeichnis / Gutachten:
Das Werk ist beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in der Online-Datenbank zum Werkverzeichnis von Franz Müller und Viola Radlach: Cuno Amiet. Die Gemälde 18831961, unter der Nummer 1931.01 als eigenhändiges Werk von Cuno Amiet verzeichnet.
Provenienz:
- Privatbesitz, 1988
- Dobiaschofsky Auktionen, Bern, 28.10.1988, Los 10 (Selbstbildnis im Atelier, nachhalblinks), Farbabb.
- Collection Sylvie et Pierre Mirabaud, Genf (verso Etikett)
Literatur:
- Karin Plaschy-Huschler: "Du selbst bist dein Hauptwerk". Cuno Amiets Selbstbildnisse zwischen Selbstpropaganda und künstlerischer Selbstreflexion, Dissertation Universität, Zürich, 2012, Nr. 1931.01 (mit Farbabb.)
- Kunstverein Oberaargau (Hrsg.): Cuno Amiet. Ein Leben in Selbstbildnissen. Kunsthaus Langenthal, 1994, S. 87, Nr. 87 (mit Farbabb.)
- Bromer Art Collection (Hrsg.): Cuno Amiet. Retrospektive zum 150. Geburtstag, Ausst.-Kat., Roggwil, 2018, S. 172, Nr. 10 (mit Farbabb.)
Ausstellungen:
- Langenthal, Kunsthaus, Cuno Amiet - Ein Leben in Selbstbildnissen, 29. Oktober bis 4. Dezember 1994, Kat.-Nr. 87 (verso Etikett)
- Roggwil, Bromer Art Collection, Cuno Amiet. Retrospektive zum 150. Geburtstag, Roggwil, 29. März bis 1. Juli 2018
Rezeption / Online-Referenz:
Vorgestellt auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Fondation Cuno Amiet, Beitrag vom 27. März 2023.
Zustand:
In farbfrischer und sehr guter Erhaltung. Konservatorische Einrahmung mit Rückseitenschutz. Im schönen Blattgoldrahmen. Sofort präsentationsfähig.
Genereller Hinweis: Antiquitäten weisen immer Alters-, Gebrauchs- und manchmal auch Restaurationsspuren auf.
Erläuterungen:
Eine handschriftliche Notiz aus einem Notizbuch Cuno Amiets aus den Jahren 19501954 gibt einen aufschlussreichen Hinweis auf seine Motivation für Selbstbildnisse:
Warum Selbstportrait: Ich kann dran malen so lang & wann ich will, bin unabhängig vom Modell.
Das Selbstbildnis im Atelier von 1931 zählt zu den prägnantesten Selbstporträts der reifen Schaffensphase von Cuno Amiet. In ruhiger, konzentrierter Haltung reflektiert das Werk die künstlerische Identität Amiets mit grosser psychologischer Tiefe.
Das Atelier erscheint als bewusst gewählter Bezugsraum, zugleich Ort des Schaffens und Spiegel der Persönlichkeit. Die gedämpfte, fein nuancierte Farbigkeit sowie die präzise Modellierung verleihen dem Gemälde eine dichte malerische Präsenz; formale Klarheit verbindet sich mit innerer Spannung und introspektivem Ausdruck, wie charakteristisch für Amiets späte Selbstbildnisse. Die rote Fliege, die in zahlreichen Selbstporträts Amiets wiederkehrt, fungiert dabei als persönliches, ikonografisches Erkennungsmerkmal. Im Hintergrund erscheinen ein Gemälde sowie das aus Fotografien bekannte Atelierregal von Cuno Amiet mit zahlreichen Glasgefässen.
Das Werk weist das von Amiet häufig für Porträts verwendete französische Standardformat figure, Nr. 8 (46 × 38 cm) auf, das er wiederholt für Selbst- und Bildnisdarstellungen einsetzte.
Es handelt sich um ein museales Selbstbildnis von hoher künstlerischer und kunsthistorischer Relevanz. Die vollständige wissenschaftliche Absicherung durch das Werkverzeichnis von Müller und Radlach (Nr. 1931.01), die sehr gute Provenienz, bedeutende Publikationen sowie die Ausstellung im Kunsthaus Langenthal unterstreichen die besondere Stellung dieses ausdrucksstarken und charakteristischen Werkes im Oeuvre eines der bedeutendsten Vertreter der Schweizer Moderne.
Ein ähnliches Selbstbildnis im Atelier im identischen Format erzielte am 18.06.2010 bei Kornfeld Galerie & Cie, Bern, einen Zuschlag von CHF 52'000 (exkl. Käuferkommission und MWST).