In "Prima Facie" von Suzie Miller wird die erfolgreiche Londoner Strafverteidigerin Tessa Ensler, die routiniert Männern in Sexualstrafprozessen zur Seite steht, selbst Opfer einer Vergewaltigung. Der Roman prangert an, wie das patriarchal geprägte Rechtssystem Opfer oft zermalmt und die juristische Aufarbeitung durch mangelnde Beweiskraft erschwert.Das Buch beleuchtet eindringlich die Diskrepanz zwischen der kalten, theoretischen Justiz und der traumatischen Realität der Betroffenen. Es zeigt den Wandel der Protagonistin von einer eiskalten Verteidigerin zur Klägerin, die nun am eigenen Leib erfährt, wie Täter geschützt werden und die Wahrheit manipulierbar ist.