Mischtechnik (Collage / Tempera / Pastell) auf Karton
10 × 18 cm
Unten rechts signiert und datiert RACCHI 78
Ein kleines, aber intensives Farbfeld, das den Blick gefangen nimmt. Überlappende, halbtransparente Blautöne von atmosphärischem Hellblau bis hin zu einem dichteren, grünlichen Türkis schichten sich übereinander und erzeugen Tiefe sowie Vibration. Die Ränder sind nicht hart: Der Farbauftrag lässt die Handschrift und die Materie erkennen, typisch für jene weiche geometrische Forschung, die in den 1970er Jahren die Lehren der historischen Avantgarden aufgriff und sie durch eine intimere, materiellere Sensibilität filterte.
Aldo Racchi, 1920 in Arona geboren und 2008 in Novara verstorben, war ein zurückhaltender und konsequenter Künstler. Von Beruf Papeterieinhaber (er leitete lange Zeit das historische Familienfachgeschäft und vertrat in Italien die Elco Papier aus Basel), fand er in Papier sein bevorzugtes Material. Ab 197374 entwickelte er eine unfigurative Bildsprache auf Basis geometrischer Collagen, Pastelle und Temperafarben, die Paolo Fossati als Argonaut der Collage bezeichnete. Seine Werke spielen mit subtilen Gleichgewichten, Farbflächen und regelmässigen Strukturen in einem ständigen Dialog zwischen Strenge und Leichtigkeit. Er wurde regelmässig auf regionaler Ebene ausgestellt und hatte 2019 eine bedeutende postume Einzelausstellung in der Casa Bossi (Novara).
Dieses Kleinformat aus dem Jahr 1978 fügt sich nahtlos in seine charakteristischste Schaffensphase ein: formale Synthese, Augenmerk auf die reine Farbe und eine Geometrie, die nicht auf die haptische Sensibilität der Materie verzichtet. In der italienischen Schweiz (Tessin) geborgen, zeugt es zudem von den natürlichen Kulturellen Austauschprozessen zwischen der Region Novara und der Südschweiz in jenen Jahren.
Das Werk befindet sich in einem guten Erhaltungszustand und ist bereit, entsprechend zur Geltung gebracht zu werden.
Ein Stück italienische Abstraktion der 1970er Jahre klein in den Abmessungen, aber von grosser Präsenz.