Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, seit 1687 erwählter Fürst-Erzbischof von Salzburg, liess von der Amtsübernahme bis 1692 15-Kreuzer-Stücke auf einem Taschenwerk prägen, was an der bogigen Form erkennbar ist - der Avers ist konkav / nach innen gewölbt, der Revers ist konvex / nach aussen gewölbt. Die meisten dieser Münzen entstammen den Jahren 1687-1690, im Jahr 1691 fand keine Ausprägung statt, 1692 folgte noch einmal eine relativ kleine Menge.
Avers:
- oben ein Bischofshut mit sechs Quasten auf jeder Seite, darunter ein Kleeblattspitzkreuz auf einem geschmückten Wappenschild
- der Schild vereint das Familienwappen des Erzbischofs mit dem gespaltenen Wappen des Fürst-Erzbistums Salzburg (Feld 1 und 2) - ein schreitender schwarzer Löwe auf goldenem Grund / ein rotes Feld mit silbernem Balken; das Familienwappen der Grafen von Thun und Hohenstein besteht aus einem goldenen Schrägrechtsbalken auf blauem Grund für die Herrschaft Thun in Tirol (Feld 3 und 6), einem gespaltenen Schild (Feld 4 und 5) - ein aus dem Spalt wachsender roter Adler auf silbernem Grund / ein schwarzes Feld mit silbernem Balken für die Burg Königsberg in Tirol; mittig darauf ein Herzschild aus rotem Feld mit silbernem Balken für die Besitzungen von Caldes im Trentino
- lateinische Umschrift (2 bis 10 Uhr): Iohannes Ernestus Dei Gratia Archiepiscopus Salisburgensis Sedis Apostolicae Legatus / dt. Johann Ernst, von Gottes Gnaden, Erzbischof von Salzburg, Legat des Apostolischen Stuhls
Revers:
- der Heilige Rupert von vorn, auf einem Lehnstuhl sitzend, mit Salzfass und Krummstab, die Mitra mit dahinter gesetztem Nimbus auf dem Haupt
- lateinische Umschrift (2 bis 10 Uhr): Sanctus Rudbertus Episcopus Salisburgensis / dt. Heiliger Rudbert, Bischof von Salzburg; dahinter das Prägejahr 1692; am unteren Rand (bei 6 Uhr) gerahmter Nominal XV (15 Kreuzer)
- Katalognummern: Zöttl 2211, Krause 250
- Material: Silber / Diameter: 27mm / Gewicht: 5.58g
- Qualität: unzirkuliert, schöne Patina / in Carree-Münzkapsel mit passender Filzeinlage gefasst
- Besonderheiten: seltener Jahrgang / Walzenprägung, gebogen
- Provenienz: Exemplar der Sammlung Moritz von Magdeburg
- Zusatzinformation: ''Neue Nidwaldner Numismatische Nachrichten'' Band IV enthält (neben vielen weiteren beschriebenen Münzen und Medaillen von Swissmint und aus aller Herren Ländern) eine 8-seitige Abhandlung zu Münze, Münzherr, Sujet und zur Münzgeschichte Österreichs und des Heiligen Römischen Reiches uvm. (siehe separates Inserat).
- nur 1-mal verfügbar; Preis pro Münze (Versand zzgl. Porto)