Der starke Riese Häuserlupf / Josef Guggenmos / Georg Bitter

3.-

10.08.2022
Crans-Montana, 3963
Der starke Riese Häuserlupf / Josef Guggenmos / Georg Bitter 1973 (*)

Der starke Riese Häuserlupf Damals als es noch Riesen gab, traf ein Junge namens Fridolin einen Riesen namens Häuserlupf. Das war eine Woche vor den großen Ferien. Fridolin ging nach Hause. Am Abend legte er sich ins Bett. Als er am anderen Morgen aufwachte, hörte er, wie seine Mutter im Bett sagte:? Was war da nur heute Nacht? Dieses merkwürdige Sausen ums Haus!? ?Und dieses Zittern! sagte der Vater. ? Erst dachte ich an ein Erdbeben. Und dann war mit einem Schlag alles vorüber.? Fridolin setzte sich auf und rieb sich die Augen. Plötzlich war er hellwach. Ihm war etwas eingefallen. Er sprang aus dem Bett und rannte ans Fenster. ?Gemsen!? rief er. ? Draußen stehen Gemsen!? ?Du scheinst noch zu träumen?, meinte die Mutter. ?Ehrenwort! ? Sieben Stück! rief Fridolin. ?Du hast dich im Kalender geirrt? erklärte der Vater. Wir schreiben jetzt Juli. Nicht den ersten April.? Er stand aber doch auf und trat ans Fenster. ?Tatsächlich, sagte er. Im Garten stehen Gemsen.? Die Mutter eilte auch herbei. ?Wahrhaftig Gemsen! Gemsen in unserem Garten! ?Sie scheinen sich über unser Haus zu wundern, sagte der Vater. ?Was ist an unserem Haus so verwunderlich? Ich denke, eher hätten wir Grund, uns über sie zu wundern?. Da tat die Mutter einen Schrei: ? Mein Salat! Sie haben den Salat abgeweidet und die Rosen und die Nelken! ? Aber was ist das? Dort wächst ja Enzian und Almenrausch! Und am Felsen blüht sogar Edelweiß. Aber wo kommt denn der Felsen her? ?Ja, ist das denn noch unser Garten? rief der Vater. Schauen wir mal zu anderen Seite hinaus!? Die drei wanderten im Nachtgewand zum Wohnzimmer. Sie traten ein und riefen ein entzücktes ?Ah!

Tief unter ihnen breitete sich das weite Land im Schein der Morgensonne. Klein und zierlich lagen Dörfer und Städte zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern. ?Herrlich! ? Diese Aussicht! ? Einzigartig? Es dauerte lange, bis sich die drei gefasst hatten. Schließlich sagte der Vater:? Schön ist es hier oben., da gibt es keinen Zweifel. Aber es würde mich schon interessieren, wie wir plötzlich hier heraufgekommen sind.? ?Es gibt nur eine Möglichkeit?, meinte die Mutter. Der Riese Häuserlupf muss heute Nacht unser Haus genommen und auf diesen hohen Berg gestellt haben.? ?Ja, der Häuserlupf, sagte der Vater. ? Dem wäre das wohl zuzutrauen. Aber wie kommt er ausgerechnet auf unser Haus? ?Das ist mir auch ein Rätsel,? sagte die Mutter. Aber eins muss man dem Häuserlupf lassen: Er hat beim Tragen gut achtgegeben! Nichts ist umgefallen.? Fridolin stand neben seinen Eltern und gab keinen Pieps von sich. Der Vater holte das Fernglas. In weiter, weiter Ferne war der Garten zu erkennen, in dem bis gestern Abend das Haus gestanden hatte. Und nicht weit davon stand die Schule. ? Da brauche ich heute natürlich nicht zur Schule?, sagte Fridolin. ?Nein, da kann niemand von dir verlangen?. Es ist ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit, von diesem hohen Berg ins Tal zu kommen. Du scheinst nicht sehr traurig darüber zu sein.? ?Ach, war das in letzten Tagen eine Plage mit dem Jungen. Er wollte nicht mehr in die Schule. Fridolin konnte die Ferien nicht mehr erwarten. Aber nun ist er ja erlöst. ? Bleibt nur die Frage, ob wir überhaupt je wieder von diesem Felsen kommen. Für einige Zeit haben wir zwar Vorräte. Aber am ersten Ferientag wollte Tante Beate mit der Familie kommen. Und nun können wir ihnen nicht einmal mehr Nachricht geben ?? ?Kommt Zeit, kommt Rat?, sagte Fridolin. Der Vater sah seinen Sohn verwundert an. Die Familie verbrachte eine herrliche Woche im Hochgebirge. Nur die Frage, wie das alles weitergehen würde, machte ihnen hin und wieder Sorge.

159 pages

15cm x 21cm x 3cm

Prix à l?emporter: 3frs

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