Langenthal Unterhard

50.-

12.02.2019
Sachbücher & Ratgeber
Bern, 3018
Langenthal Unterhard
Gräberfeld und Siedlungsreste der Hallstatt- und Latènezeit, der römischen Epoche und des Frühmittelalters
Marianne Ramstein und Chantal Hartmann ; mit Beitr. von Christine Cooper
Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind die Grabhügel im Unterhard bekannt und werden immer wieder das Ziel von archäologischen Untersuchungen lokaler Forscher. Einige Funde aus dieser Zeit liegen im Bernischen Historischen Museum, die meisten sind aber heute verschollen.
Im Rahmen des Neubauprojekts Bahn 2000 der SBB wurden zwei der Grabhügel und das
dazwischen liegende Bahntrasse in den Jahren 1998 bis 2000 archäologisch untersucht. Dabei konnten insgesamt 123 Gräber dokumentiert werden. Das Skelettmaterial war bereits fast vollständig vergangen. Die teilweise reichen Grabbeigaben ermöglichen aber eine Zuweisung der Bestattungen zu drei verschiedenen Epochen.

21 Bestattungen datieren in die ältere Eisenzeit (Hallstattzeit, 800–450 v. Chr.). Die Toten wurden in ihrer Tracht mit Armringen, Gürtelhaken und Ohrringen aus Bronze und Eisen, Ketten aus Bernstein-, Glas- und magnetischen Perlen und mit Keramikgefässen als Beigabe bestattet.
Neun Gräber lassen sich der römischen Epoche zuweisen. Davon wurden vier Brandbestattungen im 2./3. Jahrhundert angelegt. Die Keramik- und Glasgefässe, die den Toten mitgegeben wurden, sind zusammen mit dem Körper auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Fünf Körpergräber sind in die Spätantike zu datieren (4./5. Jh.). Sie enthielten nur wenige Gefässbeigaben und einen einzelnen Glasbecher.

Die grösste Ausdehnung erreichte das Gräberfeld im Frühmittelalter. Im 6./7. Jahrhundert wurden weitere 93 Bestattungen angelegt. Die Skelette waren auch hier sehr schlecht erhalten. Zu den Beigaben der Frauen zählten Ketten aus Glas- und Bernsteinperlen und eiserne Gürtelschnallen und Messer. Selten sind silberne Fibeln. Die Männer wurden mit ihrem Gürtel, der Gürteltasche und dem Sax, einem einschneidigen Kurzschwert beigesetzt. Nur eine besonders reiche Bestattung enthielt auch eine Spatha, ein zweischneidiges Langschwert.

Ausser den Gräbern konnten im Unterhard Siedlungsreste aus der jüngeren Eisenzeit (Latènezeit, 450. v. Chr. bis Christi Geburt), aus römischer Zeit und dem 9./10. Jahrhundert dokumentiert werden. Besonderes eindrücklich ist eine grosse Grabenanlage, die wohl in der Eisenzeit oder in der römischen Epoche als Grenzgrabensystem ausgehoben wurde.

Erziehungdirektion des Kantons Bern, Archäologischer Dienst des Kantons Bern 2008
412 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Zustand gut
Versand Fr.9.-
Typ
Angebote
Preis CHF
50.-
PLZ
3018
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