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Château dYquem ist einer der berühmtesten Süßweine der Welt. Er kommt aus Sauternes im Bordeaux und wird vor allem aus Sémillon und Sauvignon Blanc gemacht.
Das Besondere ist die Edelfäule (Botrytis cinerea). Sie lässt die Trauben Wasser verlieren und konzentriert Zucker, Säure und Aromen. Deshalb ist Yquem gleichzeitig sehr süß und trotzdem erstaunlich frisch.
Wie schmeckt Yquem?
Typisch sind:
* Aprikose, Pfirsich
* Ananas und exotische Früchte
* Honig und Karamell
* Blüten
* später Vanille, Nüsse, Safran und komplexe Gewürznoten
Ein großer Yquem kann jahrzehntelang reifen. Mit zunehmendem Alter wird er meist weniger offensichtlich fruchtig und entwickelt sehr komplexe, tertiäre Aromen.
Der 2016er, über den du zuvor gesprochen hast, ist dabei ein sehr interessanter Jahrgang. Gerade in einer Magnum (1,5 l) kann er sich extrem langsam und harmonisch entwickeln.
Sehr gerne bei Château dYquem ist der hohe Preis tatsächlich nicht nur Marketing. Es kommt eine ziemlich verrückte Kombination aus extrem niedrigen Erträgen, aufwendiger Handlese, Selektion, Terroir und enormer Lagerfähigkeit zusammen.
Warum ist Yquem so teuer?
1. Die Traubenlese ist extrem aufwendig
Yquem wird nicht einfach einmal komplett gelesen. Die Erntehelfer gehen mehrfach durch die Rebflächen und nehmen jeweils nur die Trauben, die den gewünschten Grad an Botrytis/Edelfäule erreicht haben. In schlechten Jahrgängen kann ein Teil der Ernte sogar komplett ungeeignet sein.
2. Sehr geringe Erträge
Aus den Trauben entsteht erstaunlich wenig Wein. Bei Yquem liegt die Produktionsmenge pro Rebstock ungefähr bei einem Glas Wein vereinfacht gesagt. Das ist für einen Wein dieser Preisklasse ein entscheidender Faktor.
3. Das Terroir ist außergewöhnlich
Yquem liegt auf einer besonders gut drainierten Kies-/Sandsteinlage mit günstiger Exposition. Gleichzeitig braucht Sauternes ganz bestimmte Wetterbedingungen: Feuchtigkeit für Botrytis, danach trockene und sonnige Phasen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, funktioniert die Edelfäule nicht so, wie sie soll.
4. Extrem strenge Selektion
Und jetzt kommt der Punkt, der Yquem wirklich besonders macht: Nicht alles, was auf Château dYquem wächst, wird auch Yquem. Die Auswahl ist enorm streng. Dadurch wird die verfügbare Menge zusätzlich reduziert.
5. Jahrzehnte der Lagerfähigkeit
Ein großer Yquem kann problemlos 40, 50, 60 Jahre und länger reifen. Das macht ihn auch als Sammlerwein interessant.
Und geschmacklich: Yquem vs. normaler Sauternes
Der Unterschied ist weniger süß vs. nicht süß, sondern vor allem Tiefe, Konzentration und Komplexität.