Hallo und besten Dank für Dein Interesse.
Ist das Inserat ersichtlich, ist das Objekt auch verfügbar - eigentlich ganz logisch und simpel ;-) Somit verstehst Du sicherlich, dass ich Fragen wie "ist noch da?", "ist defekt?" und "was ist letzter Preis?" leider nicht beantworten kann. Besten Dank.
Der FIXPREIS versteht sich ausnahmslos bar bei Abholung in 3006 Bern, ein Versand ist in der Schweiz zuzüglich CHF 25.00 nach Vorkasse möglich.
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Jahrgang: Um 1920
Zustand: Gebrauchter, originaler Zustand. Logisch mit normalen Alters- und Gebrauchsspuren. Die Leuchte war diverse Dekaden in den Arkaden von Bern montiert.
Format: Ca. 255 x 385 x 385 mm. Fassung für E27 - Leuchtmittel. 300 cm. ladenneues, geflochtenes, RohC geprüftes Textilkabel. Ultraschallgereinigter Bakelit - Stecker der entsprechenden Epoche. Ein Adapter vom Historischen - Stecker auf ein "passt überall - Teil" liegt bei.
Sonstiges: Die Elektrifizierung der Schweizer Städte an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert stellte die Behörden vor eine immense Herausforderung, da es galt, den öffentlichen Raum funktional zu erhellen, ohne das historische Stadtbild zu beeinträchtigen. Die Stadt Bern fand ihren idealen Partner in der Bronzewarenfabrik AG Turgi, kurz BAG Turgi, aus dem Kanton Aargau. Als eidgenössisches Qualitätsunternehmen verkörperte die BAG genau die Werte, die für die Bundeshauptstadt unabdingbar waren, nämlich Präzision, Langlebigkeit und gestalterische Zurückhaltung. Die Berner Altstadt mit ihren kilometerlangen, tiefen Laubengängen verlangte nach einer hochspezifischen Beleuchtung. Pendelleuchten schieden aus Platz- und Sicherheitsgründen in den belebten Gängen aus. Gefragt war eine flache, extrem robuste Deckenleuchte, die widerstandsfähig gegen Witterung, Feuchtigkeit, Erschütterungen und Vandalismus war. Die BAG Turgi fertigte Armaturen aus schwerer Bronze und massivem Messing, die für die Ewigkeit gebaut waren. Das mundgeblasene, mattierte Glas wiederum war ein technologischer Meilenstein, da es die damals noch unregelmässig und blendend brennenden frühen Leuchtmittel elegant kaschierte. Durch den feinen Rillenschliff am unteren Scheitelpunkt wurde das Licht sanft gestreut, sodass die Sandsteinfassaden und das Pflaster der Lauben optimal ausgeleuchtet wurden. Die Belieferung der Stadt Bern war kein anonymer Massenimport, sondern ein enger Austausch zwischen den städtischen Planern und der Aargauer Manufaktur. Die städtischen Gas- und Elektrizitätswerke definierten die strengen technischen Standards, während die BAG Turgi ihre Entwürfe exakt an die baulichen Gegebenheiten der Berner Lauben anpasste. Die Montageplatten wurden so gegossen, dass sie sich nahtlos an die alten Holzbalken oder Steindecken der Arkaden schmiegen liessen. Da es sich um offizielle städtische Infrastruktur handelte, wurden diese Leuchten direkt ab Werk in Grossserien geliefert, blieben im Besitz der Stadt und wurden intern oft mit Inventarstempeln versehen. Dank dieser kompromisslosen Schweizer Wertarbeit überstanden die Plafonieren der BAG Turgi Jahrzehnte städtischer Transformation und prägen als begehrte Originale bis heute die Schweizer Designgeschichte.